Alkohol und Sport

Heute mal ein Thema, das jenseits von Fitnessgeräten und Sportarten, das aber sicher auch interessant ist. Wie vertragen oder beeinflussen sich Alkohol und Sport?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Alkohol Energie, Vitamine und Mineralstoffe enthält. So glänzt Wein beispielsweise mit einem hohen Magnesiumgehalt. Alkohol wirkt auf alle Organsysteme, am stärksten jedoch auf das Gehirn. Wie diese Wirkungen konkret aussehen, hängt jedoch vom Alkoholgehalt im Blut ab, der wiederum vom Körpergewicht, Körperfettanteil und Geschlecht beeinflusst wird. Dabei sind Frauen eindeutig im Nachteil, da ihnen – übrigens ähnlich wie Japanern und Chinesen – ein Enzym fehlt, durch das Männer einen Teil des Alkohols bereits im Magen abbauen können. Alkohol wirkt kurzfristig anregend, dämpft mittelfristig und macht aber langfristig müde.

Alkohol und sportliche Leistungsfähigkeit
Bei 20-40 mg/l Alkoholgehalt im Blut tritt eine Entspanntheit auf, die Angst sinkt und Angstzittern wird abgebaut. Da dies beispielsweise beim Schießen von Vorteil sein kann, steht Alkohol dort auch auf der Dopingliste.
Unter Alkohol steigt kurzzeitig auch das Selbstvertrauen. Sehr schnell führt dies jedoch auch zu einer Gefahr. Die Schmerzempfindlichkeit sinkt und psychologische Barrieren werden abgebaut werden, so dass der Sportler Grenzen überschreitet, dies nicht mehr erkennt und dadurch sich und andere gefährden oder verletzen kann.

Alkohol Gefahren
Ab 60 – 90 mg/l Blutalkohol werden das Urteilsvermögen beeinträchtigt und die Feinmotorik gestört. Ab 1,1 Promille liegt eindeutig Trunkenheit vor, die mit Torkeln und Sehstörungen einhergeht, und Höchleistungen unmöglich macht.
Bereits ab 0,5 Promille wird die körperliche Leistungsfähigkeit herabgesetzt. Bestimmte motorische Fähigkeiten werden verschlechtert. So ist der Sportler schlechter in der Lage, sich an schnell verändernde Reize anzupassen, was z.B. im Tennis oder Mannschaftssport erforderlich ist. Auch die maximale Kraft, die über einen kurzen Zeitraum benötigt wird, geht zurück. Das betrifft technische Disziplinen wie Hoch- oder Weitsprung.
Einzig die Ausdauerleistung wird durch Alkohol weniger beeinflusst, da die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität nicht so stark sinkt.

Alkohol nach Sport?
Ein Glas Bier oder Wein, eventuell verdünnt, ist nach dem Sport ist in Ordnung, da es schnell resorbierbare Kalorien und Mineralien liefert. Ein Liter ist jedoch schon zu viel und führt zu einer verzögerten Regeneration. Diese wird durch Testosteron gefördert, aber durch die östrogenisierende Wirkung von Bier beeinträchtigt, und das selbst wenn man subjektiv besser schläft. In der ersten Stunde nach der Belastung sollte deshalb der Ausgleich der verlorenen Flüssigkeit und des Magnesiumspiegels im Vordergrund stehen.

Senkt Sport den Alkoholspiegel schneller?
Die Meinung, man könne den Alkohol beim Sport rausschwitzen, ist nicht richtig. Im Gegenteil: Sport unter Alkohol belastet den Körper zusätzlich, da die Herz- und Leberfunktion bereits durch den Abbau des Alkohols beeinträchtigt sind. Kommt eine sportliche Belastung dazu, ist zusätzlich eine Unterzuckerung des Bluts möglich. Über die Niere ist eine Dehydration möglich, da der Flüssigkeitsmangel dadurch steigt, dass weniger Hormone, die den Harndrang mindern, freigesetzt werden. Es wurde zwar festgestellt, dass die Abbaugeschwindigkeit von Alkohol bei Arbeit etwas höher liegt, allerdings nur so lange, wie die Belastung 70% nicht überschreitet. Bei höheren Intensitäten strömt das Blut verstärkt in die Arbeitsmuskulatur und steht nicht mehr in der Leber zur Verfügung. Und der leicht erhöhte Alkoholabbau während des Sports wird in der Erholungsphase nach dem Sport wieder reduziert, so dass sich die Kurven von Sportlern und Nichtsportlern letztendlich wieder treffen.

positive Wirkungen von Alkohol und Sport
Einem regelmäßigen, aber mäßigen Konsum von Wein wird eine Senkung der Thromboseneigung und des Sauerstoffbedarfs, eine Ökonomisierung der Herzarbeit und Durchblutungsförderung sowie eine Erhöhung des guten HDL-Cholesterins und eine Senkung des schlechten LDL-Cholesterins nachgesagt. Wein kann sogar durch eine Anregung des Calcium-Stoffwechsels die Knochendichte steigern, die Immunabwehr durch eine bakterizide und viruzide Wirkung stärken und das Atemzugvolumen steigern. Somit hat Wein im Großen und Ganzen die gleichen Wirkungen wie Ausdauersport. Trotzdem sollte aber niemand auf die Idee kommen, die Sportschuhe durch einen Weinvorrat zu ersetzen.
3-mal in der Woche sollte 30 – 60 Minuten Ausdauersport bei einer Intensität von 60-70% der maximalen Leistungsfähigkeit auf dem Programm stehen. Kommt dazu ein Glas (0,2 l) für Frauen und bis 2 Gläser Wein für Männer, potenzieren sich die Wirkungen von Sport und Wein. Ein Mehr ist übertrieben und kann sowohl bei Sport als auch bei Alkohol zu Sucht führen.
Für Bier gelten diese Aussagen nur eingeschränkt, für schärfere Sachen gar nicht. Auch für Jugendliche sollte der regelmäßige Weinkonsum tabu sein, da ihnen ein Enzym zum Verstoffwechseln des Alkohols fehlt und sie somit weniger vertragen.

Category: Product #: Regular price:$ (Sale ends ) Available from: Condition: Good ! Order now!
Reviewed by on. Rating:

9 Kommentare zu „Alkohol und Sport“

  • Simon:

    Eine Nachricht an den Autor: Zitat:”Somit hat Wein im Großen und Ganzen die gleichen Wirkungen wie Ausdauersport”. Anfangs schien dieser Artikel recht seriös, doch nach diesem Satz lief es mir eiskalt den Rücken runter. Wein und Ausdauersport in einem Atemzug zu nennen ist absolut inakzeptabel und zeugt von der unseriösität dieses Textes. Ich bitte darum, wenn sie einen Text veröffentlichen, dass ein Spezialist auf diesem Gebiet diesen korrigiert oder wenn nicht besser, ihn der Spezialist selbst verfasst.

    Mit freundlichen Grüßen, Simon

  • maen:

    @Simon: Wo ist das Problem? Worin die vergleichbare Wirkung von Wein und Ausdauersport liegt, wurde vor dem genannten Satz dargestellt. Und dass der Satz nicht zu falschen Annahmen verleiten soll, wird danach dargestellt.

    Der Beitrag beruht auf einer Mitschrift eines sportwissenschaftlichen Vortrags, präsentiert also durchaus das Wissen eines Spezialisten.

  • Denise:

    ich finde das man alkohol trinken kann aber man sollte es nicht übertreiben. es gibt leute die sich mit dem alkohol tag täglich beschäftigen und dann abhängig warum.. warum muss man immer übertreiben?

    ich verstehe es nicht.

  • toni:

    ich 64 j. alt, trinke jeden tag seit ca. 35 j. mind. 1fl. wein. In dieser zeit bin ich marathons (zeit um 3 std,) und bergläufe z.b. swiss-alpin gelaufen. mit den rad sämtliche alpen und pirenäenpässe sowie öfters den ötztalmaraton (5500 hm bei 240 km) gefahren. nun in pensioin mache ich im winter fast jeden tag eine skitour und sommer jeden schönen tag kletter oder radtouren. selbiges ist nur gut hydriert möglich, deshalb siehe oben.

  • Der Osterhase:

    Der Artikel beginnt schon mit Unsinn: “… dass Alkohol Energie, Vitamine und Mineralstoffe enthält”. Alkohol, chemisch C2H5OH enthält weder Vitamine noch Mineralstoffe, nur eben Alkohol.

    • InaK:

      Natürlich nicht “Alkohol” im Sinne von Ethanol in Reinform, sondern vermutlich einer der vielen Inhaltsstoffe, die ja nunmal zum Genießbarmachen dazugemischt werden…

  • Valentin:

    Kannst du die Quelle angeben, die aussagt dass der Alkoholabbau unter Arbeit etwas höher liegt, wenn die Belastung 70% nicht überschreitet?

  • Daniel:

    Muss Simon da zustimmen, wie um alles in der Welt soll Wein die gleiche Wirkung, wie Ausdauertraining haben.
    Ausdauertraining ist nach der Dauermethode Belastungen die über (sehr) lange Zeit aufrecht erhalten werden.

    60 Minuten Dauerlauf ist Ausdauertraining oder 40 Minuten Brusttrainng mit Bankdrücken, Kurzhanteln etc.

    Wo soll da der Wein im “Großen und Ganzen” eine gleiche Wrikung haben.
    Es wird weder Kalorien durch den Genuß von Wein abgebaut, noch werden Reize im Muskel gesetzt.
    Absolut irreführend und falsch, vor allem für Laien ist die Aussage mehr als gefährlich und kann komplett flasch interpretiert werden.

Kommentieren