Bewegung: nützt und schützt in allen Lebenslagen

Während unser Vorfahren noch körperlich fit sein mussten, um auf der Jagd oder auch im Krieg zu überleben, ist körperliche Fitness heute keine Voraussetzung zum Überleben mehr. Die Bewegung wird auf die 10 Finger beschränkt, die die Computer-Tastatur bedienen, der Bewegungsradius des „Homo Büroicus“ beschränkt sich auf die Wege zum Drucker, Kopierer, zur Kaffeemaschine und auf die Toilette – um es mal ganz krass darzustellen. Dass der dermaßen unterforderte Körper schwach wird, ist klar. Es entstehen Schäden, die den Bewegungsmangel dann nur noch weiter fördern.
Untersuchungen haben ergeben, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Angestellten, die keinen Sport treiben, häufiger als bei Sportlern auftreten. Die bekannten Herzinfarktrisikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel steigern die Gefahr in Summe dann noch weiter.

Dieses Dilemma beginnt heute oft schon im Kindesalter, weil die natürliche Umgebung für Kinderspiele fehlt. Wo rund um viele Häuser nur Asphalt, Parkplätze und Rasenstücke mit einem „Betreten verboten“-Schild zu finden sind, finden die Kinder weder Anreiz noch Möglichkeit, zu laufen, zu springen oder zu klettern. Und wo der Bewegungsdrang unterdrückt wird und verkümmert, fehlt auch die Grundlage für den Sport. Und ist das Kind – um es wieder krass auszudrücken – erstmal dick, wird auch der Schulsport zur Qual, derer man sich keine Minute länger aussetzen möchte, wie unbedingt nötig. Dabei müssten wir – Alt und Jung – unseren Bewegungsapparat pflegen, um den einseitigen Belastungen des täglichen Lebens entgegenzuwirken.

Fernab von leistungssportlichen Gedanken muss ein allgemeines Training durchgeführt werden, das unterschiedliche Belastungen und Bewegungsvarianten beinhaltet. Neben dem Ausdauertraining mit seinen positiven Effekten auf den Kreislauf und das Wohlbefinden muss auch Gymnastik stehen. Denn sie macht die Muskeln elastischer, steigert ihre Dehnfähigkeit und die Belastbarkeit. Auch Sehnen, Bänder und Knochen werden durch sportliches Training belastbarer.
Manchmal reichen aber auch schon einfache Maßnahmen: Einfach mal die Schuhe ausziehen und barfuss auf Gras oder Sand laufen, um die Fußmuskulatur beweglich und kräftig zu halten, anstatt die Füße den ganzen Tag in Schuhe einzuzwängen.

Neben den Füßen, die uns tagtäglich durch das Leben tragen, spielt auch die Wirbelsäule eine wichtige Rolle für den aufrechten Menschen. Allerdings: „Eine Wirbelsäule ist so gut oder schlecht wie die sie haltende Muskulatur.“ Das war einer der Sätze, den ich aus einer Übungsleiterfortbildung „Präventive Rückenschule“ vor mehr als 15 Jahren mitgenommen habe. Und dieser Satz gilt heute noch immer, hat wahrscheinlich sogar noch an Bedeutung gewonnen, da die Minusbelastungen des täglichen Lebens im Computerzeitalter noch seltener ausgeglichen werden. Neben dem rückenfreundlichem Verhalten im Alltag ist auch eine gezielte Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur ratsam. Denn die Muskulatur von Bauch, Schulter und Rücken bildet das muskuläre Stützkorsett für die Wirbelsäule. Ist es zu schwach, so entstehen Fehlbelastungen, Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen. Sitzen stellt eine hohe Belastung für die Wirbelsäule dar und leider kein Training. Da die Rumpfmuskulatur statische Haltearbeit leisten muss, ist isometrisches Muskeltraining am besten geeignet.

Beim Rücken ist aber auch zu beachten, dass Schmerzen im lumbosakralen Bereich häufig auch auf psychische Störungen hindeuten, so dass der Mensch als Ganzes betrachtet werden muss und dem Beschwerdebild mehr Gewicht als dem Röntgenbild beigemessen werden muss.
Und um noch mal den Bogen zu den Füßen zu schlagen: Wichtig ist auch die Körperstatik, die von den Füßen über die Beine bis zum Oberkörper in Ordnung sein muss. Es ist möglich, dass Beschwerden der Wirbelsäule von abgekippten Füßen herrühren, die die gesamte Körperstatik verschieben. Auch eine Beinlängendifferenz führt zu einem Beckenschiefstand und erlaubt keine gerade Wirbelsäule. O-Beine führen dazu, dass die Kniegelenke innen und außen unterschiedlich belastet werden.

Und schließlich sind Bewegung und Belastung die wichtigste Prophylaxe gegen Osteoporose. Nur durch sportliche Belastung können die Knochen wieder an Festigkeit zunehmen, was mit Medikamenten kaum möglich ist. Wichtig ist allerdings, dass die sportliche Betätigung Spaß macht, regelmäßig wiederholt und einen festen Platz im Tagesablauf einnimmt. Dass Osteoporose heute präsenter ist, liegt allerdings auch daran, dass

  • die Menschen älter werden
  • die Diagnostik verbessert wurde
  • wir uns immer mehr von der natürlichen Normbelastung entfernen
  • teilweise zu viel Kortison aufnehmen oder einen zu geringen Östrogenspiegel haben

Eine isolierte Calciumgabe ohne Bewegung ist kein probates Hilfsmittel gegen Osteoporose, da dieses Calcium nur unter Belastung in den Knochen eingebaut werden kann.

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