Bewegungsmangel: Folgen und Auswege

Wir bewegen uns zu wenig, unsere Kinder sind zu faul und zu dick und in der mobilen Gesellschaft sind nur die Fortbewegungsmittel mobil, nicht jedoch die Menschen.
Solche Aussagen hört und liest man immer wieder. Was ist dran an solchen Aussagen? Beispiele dafür sieht man immer wieder, das ist klar. Aber fernab von Spekulationen habe ich mir für diesen Beitrag vorgenommen, ein paar Fakten über die Auswirkung des Bewegungsmangels und die Abhilfe durch sportliche Bewegung zusammenzutragen.

Eine Studie aus dem Jahr 1983 lässt immer noch aufhorchen. Mehrere Sportstudenten wurden zu 9 Tagen absoluter Bettruhe „verurteilt“. In dieser Zeit ist ihre Ausdauerleistungsfähigkeit um 25%, das Herzvolumen um 10% zurückgegangen.
So schnell kann es also gehen, so extrem wirkt sich Bewegungsmangel auf trainierte Körper aus. Die Probanden haben ihre Leistungsfähigkeit sicher schnell wieder hergestellt – vielleicht sollte ja im zweiten Teil des Experiments herausgefunden werden, wie schnell ein erneuter Muskelaufbau möglich ist. Aber was passiert bei einem dauerhaften Bewegungsmangel? Nichts Gutes. Das soll an Hand von zwei Aspekten und zwei Teufelskreisen dargestellt werden.

Bewegungsapparat

Teufelskreis Bewegungsmangel

Bei nicht ausreichend Bewegung bleibt die Muskulatur zu schwach. Sie kann die Gelenke und die Wirbelsäule nicht ausreichend stützen und stabilisieren, so dass es über Fehlhaltungen zu Schmerzen oder Verletzungen kommt. Schmerzt die Bewegung, wird sie erst recht vermieden. Bei unverändertem Essverhalten wird dies unweigerlich zu Übergewicht führen. Dadurch steigt die Belastung der Gelenke, denen ja sowieso schon die Unterstützung durch die Muskulatur fehlt. Ein überlastetes, schlecht ernährtes Gelenk reagiert mit Arthrose, die natürlich den Bewegungsmangel durch die Schmerzen weiter verstärkt und an einen Aufbau der Muskulatur nicht denken lässt.

Herz-Kreislauf-System

Teufelskreis Bewegungsmangel Herz-Kreislauf

Ein ähnlicher Teufelskreis lässt sich auch in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System aufzeichnen. Angenommen ein sowieso eher bewegungsfauler Mensch hat auch noch Stress, den er nicht abbauen kann, sondern der sich mit der Zeit aufstaut. Aus Zeitmangel wird auf fettreiches, aber vitamin- und ballaststoffarmes Fast Food zurückgegriffen, und für Bewegung ist natürlich erst recht keine Zeit mehr. Um den Stress etwas abzubauen, wird dann möglicherweise noch zu Zigaretten und Alkohol gegriffen. Die damit einhergehenden gesundheitlichen Einschränkungen und ein möglicher Bluthochdruck lassen Bewegung völlig unmöglich erscheinen.Erschreckend, oder? Aber man kann ja etwas dagegen tun – man muss es allerdings selber tun, den Teufelskreis aktiv durchbrechen und nicht vom Arzt erwarten, dass er die Krankheitsbilder und auch gleich die Symptome mit Pillen oder Spritzen aus der Welt schaffen kann. Was bringt Bewegung, welche positiven Auswirkungen hat ein regelmäßiges Ausdauertraining?

Stress bewältigen
Zum Abbau von Stress eignen sich sowohl Entspannungstechniken als auch sanftes Ausdauertraining. Bei einem lockeren Waldlauf kann man der Anspannung förmlich davonlaufen. Der Kopf wird frei, die Lungen mit frischer Luft versorgt und der Stoffwechsel angeregt.

Haltung und Körperstabilität verbessern
Ein gezieltes Muskeltraining, kein Bodybuilding, sondern eine Funktionsgymnastik, mit der die Muskeln an ihre gedachten Aufgaben angepasst werden, stabilisiert den gesamten Körper. So wie der Mast eines Segelboots nur dann stabil sein kann, wenn alle Segel und Leinen in Ordnung sind, so kann die Wirbelsäule den Körper nur dann schmerzfrei stabilisieren, wenn die Bauch- und Rückenmuskulatur ausreichend stark ist.
Und es hat auch schon Fälle gegeben, in denen ein Knie trotz eines gerissenen Kreuzbandes dank einer kräftigen Muskulatur voll funktionsfähig und belastbar war.
Der Mensch ist eigentlich nicht für das sitzende Leben geschaffen. Wenn wir dazu aber doch gut 8 Stunden am Tag verdonnern, müssen wir ihm dafür einen Ausgleich schaffen.

Immunsystem stärken
Wer sich regelmäßig bewegt, und dies auch bei Wind und Wetter draußen tut, steigert seine Abwehrkräfte und stärkt das Immunsystem. Das merkt man nicht nur daran, dass sportliche Menschen seltener erkältet sind, sondern auch eine statistisch niedrigere Rate an Krebserkrankungen aufweisen.

Knochen und Gelenke erhalten
Knochen brauchen Bewegung, um elastisch und bruchfest (Stichwort Osteoporose) zu bleiben. Auch die Gelenkknorpel und die Bandscheiben können nur bei ausreichender Bewegung Flüssigkeit aus der Umgebung aufnehmen und sich dadurch ernähren.

Wohlbefinden steigern
Wer entspannt und gesund ist, fühlt sich automatisch wohl – wohl in seiner Haut und wohl in der Gesellschaft. Er ist für den Arbeitgeber und das Gesundheitssystem attraktiver, weil weniger Krankentage und Behandlungskosten anfallen, er wird im Alter seltener oder geringer pflegebedürftig und kann einfach das Leben mehr genießen.

Sind diese Vorteile nicht Grund genug, das eigene Verhalten zu überdenken und dem eigenen Bewegungsmangel ein Ende zu setzen? Die Möglichkeiten dazu sind so vielfältig, dass sicher jeder etwas passendes finden wird.

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1 Kommentar zu „Bewegungsmangel: Folgen und Auswege“

  • This is probably the group in deganr of being less active overall through thinking they’ve done all they need to at the gym (but not actually having done much) and then being sedentary the rest of the time.They might be better off without the illusion, and some motivation to take the stairs!

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