Archiv für die Kategorie „8. Radsport“

Technische Entwicklung beim Rennrad – Fortsetzung

Die technische Entwicklung beim Rennrad hat sich nicht nur auf Rahmen und Zahnkränze beschränkt. Deshalb hier die Fortsetzung der Vergleichsgeschichte:

Lenkervorbau

Die heutigen Lenkervorbauten sehen auf den ersten Blick so aus wie früher die “Knochen”, diese Kombi-Schraubenschlüssel für Muttern verschiedener Größen. Denn früher war ein Vorbau nicht gerade, sondern winklig mit Schaft.

Lenkervorbau

Unterschiedlicher Körperbau des Fahres und unterschiedliche Disziplin = unterschiedlicher Neigungsgrad des Vorbaus. Die Innenklemme wurde mit der Inbus-Schraube hochgezogen und hat den unten geschlitzten Vorbau festgezogen.Da die Schraube, mit der der Lenker fixiert wurde, nach unten gezeigt hat, hatten diese Vorbauten doch etwas mehr Eleganz als die modernen Modelle. Aber wenn die neuen Versionen funktioneller sind, wird man sich an die Optik gewöhnen.

Reifen

Im Rennbereich gab es früher ausschließlich Schlauchreifen. Die Geister schieden sich lediglich daran, ob man diese mit Klebeband oder Kitt an der Felge befestigen sollte. Klebeband galt als eher unprofessionell. Bei Kitt konnte es aber passieren, dass man den Reifen bei einem Platten unterwegs nicht runtergebracht hat. Schlauchreifen gibt es aber für Liebhaber heute auch noch. Für Drahtreifen spricht aber der günstigere Preis, der leichtere Reifenwechsel und die Reparatur.

Bekleidung

Auch bei der Bekleidung hat sich einiges getan. Das werden auch Sportler anderer Sportarten bestätigen können. Hier ein Zitat aus der damaligen “Bibel” der Rennfahrer, “Der radfahrende Athlet” aus dem Jahr 1978 zur Trainingsbekleidung im Winter: “Oberbekleidung: Hierzu gehören in dem angeführten Zeitraum Wollhemd, wollene Pullover und ein windundurchlässiger Anorak. Als Beinkleid wird eine Kniebundhose getragen […] Die Unterschenkel werden durch Kniestrümpfe, die bis über das Knie reichen, bedeckt. […] Außerdem gehören der Wollschal und die Wollhandschuhe zur Winterausrüstung des Radrennfahrers.”

Radbekleidung aus Wolle

Wolle also weit und breit, sogar beim kurzärmligen Trikot und der kurzen Hose für den Sommer. Und Muster im Trikot gab es nur in Form von Streifen, und die Hosen waren natürlich uni schwarz.

Radbekleidung aus Wolle

Da haben die heutigen Radler es doch deutlich besser mit Funktionsbekleidung und Helmen, die wirklich Schutz liefern. Denn die früheren Sturzringe aus “abgepolsterten, festen Lederstreifen und einem Stirn-Hinterkopf-Ring” konnten nicht wirklich viel Schutz bieten.

Sturzring

Category: Product #: Regular price:$ (Sale ends ) Available from: Condition: Good ! Order now!
Reviewed by on. Rating:

Technische Entwicklung beim Rennrad

Ich hoffe, der Blick zurück bei den Heimtrainingsgeräten hat hier und da zu großen Augen oder einem Schmunzeln geführt. Denn heute soll es eine ähnliche Zeitreise für Rennräder geben. Denn auch da hat sich enorm viel getan, so dass Rennräder aus den 80er-Jahren schon fast zu Museumsstücken geworden sind. Auch wenn sie im Grunde schon noch praktisch nutzbar sind, wird dem Vergnügen früher oder später ein Ende gesetzt, weil es kaum mehr Ersatzteile der “alten Art” gibt.

Rahmenbau

Früher hatten Rennrahmen dünne Rohre, die mit Muffen verbunden waren. Das sah sehr elegant aus (wenn geputzt), und war zweckmäßig.

gemuffter Rennrahmen gemuffter Rennrahmen

Zwar war der Rahmenbruch durchaus bekannt, aber in der Praxis doch eher selten. Das lag auch daran, dass die Rahmen insgesamt stabiler waren. Damit waren sie aber auch schwerer. Und genau dieses Umdenken hin zum leichteren Rad war einer der Faktoren, die die Muffe verdrängt haben. Die leichteren Rohre haben eine geringere Wandstärke, vertragen beim Rahmenbau weniger Hitze vertragen als die Muffen und verlieren bei Überhitzung an Festigkeit. Dazu kommt die Tatsache, dass eine Muffe nur für einen bestimmten Winkel zwischen den zu verbindenden Rohren verwendbar ist. Selbst bei der klassischen Rahmengeometrie braucht man für unterschiedliche Rahmengrößen unterschiedliche Muffen. Bei der Vielfalt der Rahmenformen, die inzwischen gebaut werden, wären unendlich viele verschiedene Muffen erforderlich. Hierfür gibt es aber inzwischen so gut wie keine Hersteller mehr, und so werden Rahmen nun gelötet oder geschweißt. Je nach Hersteller sieht das Ergebnis mehr oder weniger elegant aus. Die Traditionsmarke Gios, für die schon 1978 im Brügelmann-Katalog zu lesen war:”…seit Jahrenschon sehr saubere Verarbeitung mit allen Anlötteilen“, baut auch ohne Muffen noch optisch ansprechende Rahmen.

Zahnkränze

Schaut man sich das aktuelle Angebot an Zahnkränzen an, kommt man als Radler der 80er-Jahre aus dem Staunen nicht mehr heraus. 8-fach ist noch das kleinste, 9- und 10-fach Kränze werden dort angeboten. Den kleinsten Kranz mit 11 Zähnen könnte man sich fast an die Halskette hängen, aber er verträgt sich heute auch mit einem “Kuchenteller” mit 34 Zähnen auf einer Kassette.

Im Schüler- und Jugendrennsport kam man früher leicht mit 4- oder 5-fach-Kränzen aus. Denn Schüler durften nur 46:18 fahren, Jugendliche 52:17.

Zahnkränze 5-fach

Würde man einen 10-fach Kranz mit 17 oder 18 beginnen, würde man das leichte Rennrad durch unnötig große Zahnkränze erschweren. Denn wer fährt schon täglich einen Alpenpass und braucht den 26er-Kranz. Übersetzungsbegrenzungen gibt es auch noch heute, allerdings sind etwas größere Gänge zugelassen, die stets mit einem 14er-Kranz erreichbar sind. Variiert wird das Kettenblatt zwischen 40, 46 und 52. Sport follows Technik? Wahrscheinlich, und das ist ja auch nicht das allerschlechteste. Aber ich frage mich ernsthaft, wer – außer im Profibereich – einen 11er-Kranz braucht. Sind die Radsportler heute wirklich stärker als wir früher? Oder die Knie weniger wert? Denn während früher 2 Kettenblätter mit 42 und 52 Zähnen Standard waren, gibt es da ja heute auch alles bis 53 oder 54.
Der ordentliche Rennfahrer hatte früher ein Brett an einer Wand seines Kellers, auf dem die unterschiedlichen Zahnkränze hingen. Je nach Strecke hat er sich dann seinen Kranz zusammengestellt. Für das Flachland 14, 15, 16 ,17, 18, 19, für die mittleren Berge 14. 16, 17, 18, 19, 21 und für wirkliche Alpenpasse beispielsweise 15, 17, 19, 21, 23, 25 und dazu vorne das 36er-Blatt anstelle des 42ers.

Wechselkränze

Fortsetzung folgt

Category: Product #: Regular price:$ (Sale ends ) Available from: Condition: Good ! Order now!
Reviewed by on. Rating: