Archiv für die Kategorie „9. Skike“

Praxisbericht Skike

Nachdem wir ja inzwischen wissen, was wir zum Skiken benötigen, ist es ja sicher auch interessant zu wissen, wie sich dieses Sportgerät in der Praxis verhält. Gut, sehr gut sogar! Aber im Detail:

Untergrund
Glatter, sauberer Asphalt ist natürlich der Untergrund erster Wahl. Dort kann man lautlos und ruhig dahingleiten, und es ist das höchste Vergnügen. Allerdings darf man dort keinen so großen Vortrieb von einem kräftigen Stockeinsatz erwarten wie in der Loipe. Aber Skikes können wesentlich mehr. Auch rauhe Asphaltböden, Splitt, Pfützen, Dreck, kleine Löcher und Rillen sind kein Grund zur Aufregung. Bei Bahnübergängen sollte man natürlich ein bisschen vorsichtig sein. Und auch echten Schlaglöchern oder überstehenden Gullideckeln geht man sicher besser aus dem Weg, aber die Gummireifen der Skikes sind wesentlich weniger empfindlich als die glatten Inline-Skate-Rollen. Deshalb kann man auch auf nassen Straßen skiken. Wie sehr die Reifen dann spritzen und wie man danach aussieht, ist natürlich eine andere Frage.
Mit Skikes kann man auch asphaltierte Wege verlassen. Je fester ein Weg allerdings ist, desto besser ist es. Sehr weiche Untergründe, größere Steine oder gar Wurzeln auf den Wegen sind auch für Skikes nicht empfehlenswert. Schotterwege mit kleineren Steinchen sind befahrbar. Man kommt zwar weniger schnell voran, dafür ist der Stockeinsatz wirkungsvoller, weil sich die Stockspitze (ohne Pad) in den Boden bohren kann. Ideal wäre also für Reifen und Stöcke ein möglichst gleichmäßiger, festgefahrener Naturboden.

Bremsen
Verglichen mit dem Inline-Skating ist das Bremsen mit den Skikes einfach ein Traum. Man drückt die Unterschenkel einfach ein wenig nach hinten und schon werden die Hinterräder gebremst.

Skike Bremse

Dabei kann man mit einer Schraube einstellen, wie weit die Bremse vom Hinterrad entfernt sein soll, d.h. wie weit man sich nach hinten bewegen muss, damit die Bremswirkung eintritt. Bei leicht gebeugten Knien erinnert mich der Bewegungsablauf beim Bremsen an das Setzen auf einen Stuhl. Die Bremswirkung kommt sowohl unmittelbar als auch sanft dosiert. Selbst Abfahrten lassen sich gut meistern. Verglichen mit den Bremstechniken beim Inline-Skaten – die ich nie wirklich beherrscht habe und die mir immer sehr suspekt waren – ist Bremsen mit den Skikes einfach ein Traum.

Skiken lernen
Wer sich in der Skating-Loipe wohl fühlt, wird sich auch schnell mit seinen Skikes anfreunden. Wer allerdings schon auf Langlaufski Gleichgewichtsprobleme hat, wird mit Skikes eher weniger Freude haben. Aber es gibt ja bereits Skike-Lehrer und Skike-Kurse, die sanft und wirkungsvoll an die Sportart heranführen.
Das Gleichgewichtsgefühl ist nach meinem Eindruck das A und O beim Skiken. Und die Stabilität muss aus dem Fuß bzw. Bein kommen, da die Verbindung zwischen Schuh und Skike doch eher locker ist. In diesem Punkt sind Inline-Skates mit den fest am Stiefel montierten Rollen im Vorteil.

Skike
Wichtig ist auch, dass die Beine wirklich seitlich wegbewegt werden. Ich erinnere mich an meine ersten Versuche auf Schlittschuhen, wo ich die Füße eher wie beim klassischen Langlauf über die Fußspitze abgehoben habe. Die Folge waren einige Stürze, weil ich an den Zähnchen vorne an den Kufen hängen geblieben bin. Seit mich mal eine erfahrene Eisläuferin auf meinen Fehler aufmerksam gemacht hat, bin ich davon „geheilt“ und konnte auch problemlos vom klassischen Ski-Langlauf auf das Skating umsteigen. Und mit der richtigen Technik passiert dann eben auf Ski wie auf Skikes die „Magie“, dass man nach nur zwei Schritten schon dahingleitet bzw. -rollt.

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Skiken – Ski-Langlauf ohne Schnee

Inline-Skating kennt jeder, und auch einige Anhänger des Nordic Skating kann man ab und zu erblicken. Aber Skiken ist – auch wenn es die Geräte schon einige Jahre gibt – noch weitgehend unbekannt. Dabei ist Skiken für all diejenigen ideal, denen auch der längste Skating-Winter noch zu kurz ist, die aber zu ängstlich sind, den Sommer mit Inline-Skating zu verbringen.

Skike von der Seite
Analysieren wir erstmal das Wort Skike: Das Sk in Skike steht für Skating, während das ike von Biking stammt. Vom Skating ist der Bewegungsablauf übernommen. Man bewegt also die Beine in V-Stellung nach außen, drückt sich abwechselnd mit einem Bein ab und unterstützt den Bewegungsablauf und den Vortrieb mit zwei langen Stöcken. Vom Bike wurden einige Ausstattungsgegenstände übernommen, nämlich die Anzahl an Rädern, die Gummireifen und die zuverlässigen Bremsen. Jeder Skike hat 2 Räder mit echten Gummireifen. Dadurch sind die Skikes wesentlich geländegänger und auch laufruhiger als Inline-Skates. Und die patentierten Bremsen an beiden Skikes, die laut Hersteller eine Verzögerung von 6,5 m/sec erlaubt, steigern die Sicherheit beträchtlich.

Skike von vorn
Soviel zur Theorie. Was braucht man nun, um Skikes in der Praxis benutzen zu können? Zunächst rund 250.- EUR für die Skikes für Erwachsene. Für leichte Kinder und Jugendliche mit Schuhgrößen unter 36 gibt es spezielle Skikes, die etwas weniger kosten. Aber Skikes alleine reichen noch nicht aus. Man braucht noch einige weitere Ausrüstungsgegenstände, bevor man los-skiken kann. Langläufer und Radfahrer sollte das aber nicht schrecken, denn sie dürften die meisten benötigten Dinge bereits besitzen.

Schuhe
Da die Skikes sozusagen nur eine „Hülle“ sind, muss man sie mit Schuhen benutzen. Auch wenn laut Bedienungsanleitung alle Arten an Sportschuhen verwendet werden können, rate ich eindeutig zu knöchelhohen, festen Schuhen. Ich habe gleich meine Langlauf-Skatingstiefel genommen, da diese die beste Fußgelenkstabilität bieten. Da diese Stiefel natürlich für die Benutzung im Winter gedacht sind, waren klatschnasse Socken der Preis für die Stabilität. Alternativ sind sicher auch Bergstiefel möglich, falls die Außenränder der Sohle gerade und der Schaft nicht zu hoch ist. Denn die Sohle muss in die Fersenschalen passen, und der obere Rand des Schuhs sollte nicht mit der Schlinge für die Bremse in Konflikt kommen.

Bekleidung
Besondere Bekleidung braucht man zum Skiken nicht. Jede Sportbekleidung ist grundsätzlich geeignet. Am besten ist allerdings eine Hose mit engen Beinen ohne Reißverschluss am Beinabschluss. Denn dieser kann in der Bremsschlaufe unangenehm drücken. Der Hersteller empfiehlt in der Bedienungsanleitung immer eine lange Hose oder lange Socken, damit die Bremsschlaufen nicht auf der nackten Haut liegen. Seltsam, dass Werbeträgerin Evi Sachenbacher auf der Verpackung mit Laufschuhen und kurzen Socken skiket…

Schutzbekleidung
Auch in puncto Schutzbekleidung ist Evi Sachenbacher nicht als Vorbild zu verwenden. Ich habe zunächst einmal die komplette Skating-Schutzausrüstung verwendet. Helm und Ellbogenschützer werden sicher immer meine Begleiter bleiben. Ob die Knieschoner nützlich sind, bezweifele ich. Denn ein Sturz auf die Kniescheibe, wie er ja beim Inline-Skaten empfohlen wird, ist durch die Bauweise der Skikes nicht möglich. Ich kann mich zwar auch an einen Loipensturz an einem leicht eisigen Anstieg erinnern, bei dem ich auf dem Bauch gelandet bin, aber dabei waren die Beine mit den Ski auswärts gedreht. Aber trotzdem, lieber einen Schoner zu viel als einen zu wenig. Die meisten Stürze dürften in der Loipe und auch mit den Skikes zu einer mehr oder weniger sanften Landung auf dem Hinterteil führen, hinten oder seitlich. Eine gepolsterte Hose wäre also keine schlechte Sache. Auch die Handgelenkschoner oder zumindest Handschuhe sind für vorsichtige Naturen angeraten. Aber mit einer vorausschauenden Fahrweise und einem guten Gleichgewichtsgefühl halte ich das Sturzrisiko für eher gering und auf jeden Fall weit geringer als beim Inline-Skaten.

Zubehör
Die Reifen der Skikes verfügen über ein Ventil wie unsere Autoreifen und müssen auf 5-6 bar aufgepumpt werden. Mit einer Fahrrad-Luftpumpe kommt man da also nicht weit. Entweder muss man an der Tankstelle Luft tanken oder eine passende Fuß-Luftpumpe zur Hand haben.
Last but not least braucht man noch Stöcke. Ich habe meine Skating-Skistöcke verwendet, was problemlos ging. Und die Asphalt-Pads sind ja dank der Nordic-Walking-Bewegung überall erhältlich. Wer Stöcke braucht, kann die Faustformel Körpergröße x 0,9 verwenden und nach den ermittelten Wert auf die verfügbaren Längen auf- oder abrunden.

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