Fitness-Studio oder Fitnessgerät?

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen bleiben gedämpft: Der Sommer ist definitiv vorbei, und viele Ausdauersportler fragen sich nun wieder, wie der Sport nach Feierabend in den nächsten Monaten ablaufen soll. Im Dunklen Radfahren, Laufen oder Walken macht wenig Spaß und kann auch leicht gefährlich werden. Fitness-Studio, das wäre doch was, oder? Immer hell und warm, lange Öffnungszeiten und viel Abwechslung bei den Trainingsmöglichkeiten. Rechnet man allerdings mal hoch, was man für die Jahresmitgliedschaft ausgeben muss, erschrickt man. Für das Geld, das nach dem Jahr weg ist, könnte man sich doch auch ein eigenes Fitnessgerät kaufen. Denn durchschnittliche Jahresmitgliedschaften kosten um die 1000 EUR. Ein Bereich, in dem auch bereits qualitativ hochwertige Fitnessgeräte erhältlich sind. Von allzu verlockend erscheinenden Billigangeboten sollte allerdings die Finger lassen, weil hier der Trainingsspaß schnell auf der Strecke bleibt. Ein gutes Gerät kann man auf jeden Fall länger als ein Jahr und auch zu mehreren nutzen. Was tun also? Welche Kriterien eignen sich, um hier die richtige Entscheidung zu treffen?

Sportart

Wer im Sommer viel läuft, kann im Winter auf ein Laufband umsteigen. Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, kann sich auf ein Ergometer oder Indoor-Bike setzen. Noch günstiger geht es für Rennradler mit einer Rolle. Die Auswahl des Sportgeräte ist also eindeutig, der Bewegungsablauf bekannt. In dieser Situation spricht alles für ein eigenes Winter-Trainingsgerät.

Wer im Sommer mal diese und mal jene Sportart betreibt, wünscht möglicherweise auch im Winter die Abwechslung. Und die gibt es dann doch günstiger im Fitness-Studio, wo man zumeist zwischen Laufbändern, Crosstrainern, Radtrainer und Rudergeräten wählen kann. Auch diverse Kurse ergänzen meist das Angebot im Ausdauer-Bereich.

Bedarf nach Anleitung

Wer alleine zu Hause trainiert, muss sich selber darum kümmern, dass er den Bewegungsablauf korrekt ausführt. Und er muss sich auch seinen Trainingsplan selber zusammenstellen. Wer Beratung und Unterstützung sucht, sollte bei der Auswahl eines Fitness-Studios allerdings aufpassen, denn gerade in diesem Bereich gibt es große Unterschiede.

Verfügbare Zeit

Werausreichend Freizeit hat, braucht die An- und Abfahrtszeit ins Studio nicht zu scheuen. Es wird ihm dann auch nichts ausmachen, dass er seine Kleider erst in den Spind verstauen muss und wenn er mal kurz warten muss, bis das gewünschte Trainingsgerät frei wird. Er wird auch das gesellige Beisammensein an der Getränkebar schätzen und nicht auf die Uhr schauen müssen.
Wer aber nur einen kleines Zeitfenster für das Training frei hat, ist froh, wenn er sich zu Hause schnell umziehen und sofort mit dem Training beginnen kann. Auch der Weg in die eigene Dusche geht schneller, weil man nicht erst die Schlappen aus der Tasche fischen muss und weil Seife und Handtuch schon griffbereit liegen. Wer auf dem Ergometer oder Crosstrainer trainiert, kann das Training ja zusätzlich noch mit der Lektüre eines interessanten Buchs verbinden, so dass die Zeit doppelt genutzt ist.

Trainingshäufigkeit

Je häufiger trainiert wird, desto mehr lohnt sich die Investition in Fitnessgerät oder Studio. Wer allerdings die Bewegung an der frischen Luft schätzt, wird auch im Winter zumindest am Wochenende versuchen, das Training im Freien zu absolvieren. Und bei 1- 2 Besuchen pro Woche wird sich sich die Mitgliedschaft im Fitness-Studio dann wohn nicht mehr rechnen. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling wird der Freiluft-Fan das Studio noch seltener besuchen, d.h. etwa die Hälfte der (meist) obligatorischen Jahresmitgliedschaft bleibt komplett ungenutzt.

Motivation

Hier gibt es natürlich verschiedene Typen. Der eine lässt sich leichter motivieren, wenn er sein Trainingsgerät zu Hause immer wieder sieht und das schlechte Gewissen so lange Alarm gibt, bis er es endlich genutzt hat. Der andere rafft sich eher zum Sport auf, wenn er ihn mit Gleichgesinnten betreiben kann oder wenn er vielleicht sogar weiß, dass Freunde im Studio auf ihn warten. Nach Angaben der Fitness-Studios gibt es aber auch dort eine hohe Aufgeber-Quote, so dass jeder für sich seine Motivation zum Sport überdenken und nicht an externen Faktoren aufhängen sollte.

Fazit

Natürlich kann am Ende dieser kurzen Betrachtung keine allgemeingültige Empfehlung ausgesprochen werden. Es kommt -wie so oft- drauf an. Und so können zusätzliche Angebote der Fitness-Studios wie Sauna oder Kinderbetreuung die Entscheidung zugunsten des Studios beeinflussen – und auch die Preise ein wenig relativieren.

2 Kommentare zu „Fitness-Studio oder Fitnessgerät?“

  • Mir reicht auch eine Trainingsstation zu hause, einige Freihanteln mit Hantelbank und Crosstrainer um Cardio zu machen.

  • Ich bin der Meinung, dass man mit dem richtigen Fitnessgerät sein eigenes Fitnessstudio hat! Ich selber habe die Kettler Axos Fitmaster und kann damit so gut wie alle Übungen ausführen, die es auch im Fitnessstudio gibt. Klar gibt es auch einige Sachen, die man nur im Studio machen kann, aber das ist dann meist überflüssig. Das wichtigste kann man auch an einer Kraftstation trainieren, finde ich zumindest :)

    Lg

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