Fitnessgeräte und Sport im Winter– ein wenig Statistik

Es ist kalt und dunkel und drinnen definitiv gemütlicher als draußen. Und was macht der Sportler? Er muss sich die Umgebungsbedingungen hinnehmen und für sich das Beste draus machen. Aber wie?

Ich habe dazu mal ein bisschen mit Google Trends gespielt. In dieser Anwendung wird gezeigt, wie häufig Begriffe in Google gesucht wurden. Das ist in den folgenden Abbildungen jeweils der obere Block. Darunter wird dargestellt, wie viele Nachrichten zu dem Begriff veröffentlicht wurden.
Nehmen wir als Betrachtungszeitraum einmal die letzten 4 Jahre, und das alles nur für Deutschland:

google_trends_winter.jpg

Wenig erstaunlich ist die Tatsache, dass Wintersport im Winter interessanter ist als im Sommer. Interessanter schon, dass sich die orangefarbene Kurve an das Winterwetter anlehnt: Im vergangenen lauen Winter wurde weniger zum Thema gegoogelt, während der Rekordwinter 2005/2006 den höchsten Spitzenwert und eine Gleichmäßigkeit aufweist. Wie der Winter 04/05 mit einem munteren Wechsel aus Neuschnee und Tauwetter, so geht auch die Interessenskurve im Internet bergauf und bergab. Und wie lässt sich die Spitze bei den Nachrichten im diesjährigen Sommer erklären? Vielleicht waren es ja die Meldungen, dass die Sportgeschäfte die Winterware des Vorjahres zu günstigen Preisen abverkaufen? Oder die Berichterstattung um die Vergabe der Olympischen Winterspiele, die mit der Kandidatur von Salzburg auch für das Nachbarland von Interesse war?
Diese ganzen Schwankungen gibt es bei der roten Gymnastik-Kurve nicht. Gymnastik ist im Jahresverlauf gleich interessant oder uninteressant, auch wenn sie eigentlich immer gleichermaßen wichtig sein sollte. Aber von 2004 bis heute ist sogar ein leichter Abwärtstrend feststellbar.

Und die Fitnessstudios? Sie schlagen die Gymnastik um Längen, weisen aber einige interessante saisonale Schwankungen auf. Im Sommer geht’s runter, das überrascht nicht – lockt die Sonne doch den ein oder anderen eher ins Freie als ins Studio. Mit Herannahen des Winters geht es dann wieder an die Geräte, um die Jahreswende vielleicht auch noch durch die guten Vorsätze beflügelt. Aber diese halten scheinbar nicht lange, und auch die frühjährliche Erkenntnis, dass die Bikinisaison nicht mehr weit ist, verursacht keine Trendwende im Fitness-Studio. Warum geht es dann erst nach der Jahresmitte wieder nach oben? Vielleicht kommt hier das schlechte Gewissen ins Spiel und gibt zu bedenken, dass man die Jahresmitgliedschaft bisher doch noch nicht sooo gut ausgenutzt hat? Also noch mal schnell ins Studio und ein paar Monate fleißig sein. Ist das Gewissen beruhigt, kann man ja im November wieder nachlassen. Auf die paar Wochen kommt es ja dann auch nicht mehr an….und da stehen ja auch schon die Neuen in den Startlöchern, die noch nicht ahnen, welchen Zyklus sie durchlaufen werden.

Schauen wir uns nun noch eine andere Auswertung an, die die verschiedenen Heim- bzw. Studiotrainingsgeräte vergleicht:

Fitnessgeräte im Vergleich

Dass auch diese im Herbst und Winter Hochkonjunktur haben, verwundert uns nicht.

Rudergeräte sind offenbar die Außenseiter, die nur ganz kurz im Jahr Aufmerksamkeit erlangen. Immerhin haben sie aber im vergangenen Winter doch schon die Dauer ihres Interesses um ein paar Luftkastenlängen erhöht. Die Crosstrainer hingegen führen das Feld an und sind sogar im Sommer recht begehrt. Vielleicht liegt das daran, dass sie als neu und innovativ gelten, oder dass sie für alle Leistungsklassen ein sinnvolles Training erlauben? Der Peak zum Jahresende könnte darauf hindeuten, dass sich Crosstrainer ganz gut als Weihnachtsgeschenk eignen. Dass ihnen die Ergometer dichter auf den Fersen sind als die anderen Geräte lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass sie im Spitzensport, im Gesundheitssport und in der Medizin Anwendung finden. Vielleicht auch daran, dass ein Zimmerfahrrad, das nach den Normen eigentlich „nur“ ein Heimtrainer wäre, umgangssprachlich auch oft als Ergometer bezeichnet wird. Das könnte dann auch der Grund dafür sein, warum nicht so oft nach Heimtrainern gesucht wurde. Da haben sie allerdings einiges mit den Laufbändern gemeinsam, vor denen Gesundheitssportler wahrscheinlich doch einigen Respekt haben, und die sicher auch einige ambitioniertere Sportler aufgrund einer gewissen Monotonie nur als letzte Möglichkeit sehen.
Die Grafik zur Nachrichtenhäufigkeit verläuft bei diesen Begriffen übrigens topfeben am Boden und kann die Suchhäufigkeit somit nicht beeinflussen.

Soviel zum theoretischen Interesse an Fitness-Geräten. Aber wie sagte schon Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Also ab zum Einkaufen oder gleich zum Trainieren, wenn das Gerät schon nebenan steht!

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