Qualitätskriterien für Crosstrainer und Ellipsentrainer

Der Markt bei Cross- und Ellipsentrainern ist fast unüberschaubar, die Preisunterschiede riesengroß. Worauf sollte man also achten, wenn man sich ein solches Trainingsgerät für zu Hause zulegen möchte? Hier einige Anhaltspunkte:

Schwungmasse
Unter der Schwungmasse versteht man das Gewicht der Schwungscheibe und die Übersetzung der Antriebsscheibe. Sie bestimmen, wie beim Bewegungsablauf der tote Punkt überbrückt wird. Beim Fahrrad ist das der Moment, in dem die Tretkurbeln senkrecht stehen. Der Fuß in der tiefsten Position kann dann keine Kraft mehr auf das Pedal bringen, der andere Fuß in der höchsten Position kann dies mit der senkrecht stehenden Kurbel noch nicht. Bei Crosstrainern soll dieses Problem durch die Schwungmasse ausgeglichen werden. Sie muss allerdings ausreichend groß sein, damit der Crosstrainer rund und gelenkschonend läuft und auch verschiedene Bewegungsintensitäten zulässt.
Als Mindestgröße für die Schwungmasse werden 6 kg angegeben. Und ein gelenkschonendes Training erfordert 18 bis 20 kg oder sogar noch mehr. Aber mit diesen Zahlen ist es leider nicht getan, denn der Teufel liegt nicht nur im Detail, sondern manche Hersteller haben so ihren eigenen Weg zur Ermittlung der Schwungmasse…
Bei Ellipsentrainern, bei denen das Schwungrad vorne, also vor dem Körperschwerpunkt liegt und die Pedale auf Rollen geführt werden, reicht eine Schwungmasse von 10 kg aus. Da bei diesen Geräten die extreme Auf- und Abwärtsbewegung wegfällt, wird keine so große Schwungmasse benötigt.
Korrekterweise zählt als Schwungmasse nur das Gewicht der Schwungscheibe. Es gibt allerdings auch Hersteller, die das Gewicht der Pedalstangen, -aufhängung und Trittflächen draufschlagen, so dass aus der tatsächlichen Schwungmasse von 6 kg leicht 20 kg werden.
Neben dem reinen Gewicht ist aber auch das Zusammenspiel der Komponenten ausschlaggebend. Denn für einen weichen Rundlauf müssen auch Antrieb, Tretlager und Widerstandsgebung gut aneinander angepasst und eingestellt sein. Bei hochwertigen Komponenten und guter Verarbeitung können also auch 10 kg ausreichen.
Die Verwirrung kann man nur dann beseitigen, indem man das Gerät vor dem Kauf ausprobiert. Wenn der Bewegungsablauf wirklich rund und harmonisch ist, reicht die Schwungmasse sicher aus.

Bremssystem

Bremssystem und Schwungmasse Crosstrainer

Wozu bremsen, wenn man ja doch nicht von der Stelle kommt? Spaß beiseite, gebremst wird natürlich nur die Schwungscheibe, um die Trainingsintensität zu erhöhen. Je nach Modell gibt es unterschiedlich viele Stufen, den Widerstand zu dosieren. Die Abstände sollten möglichst gleichmäßig und fein sein, damit jeder Trainierende die Stufe findet, die optimal zu seiner persönlichen Leistungsfähigkeit passt. Um diese Anforderung zu erfüllen, sollten es schon 15 Stufen – oder natürlich mehr – sein.
Die meisten Crosstrainer sind mit elektromagnetischen Bremsen ausgestattet. Sie sind leise, verschleißen nicht und haben keinen negativen Einfluß auf die Drehzahl beim Training. Alternativ werden Wirbelstrom- bzw. Induktionsbremsen verwendet, mit denen noch höhere Widerstandswerte möglich werden, ohne dass der Rundlauf beeinträchtigt wird.
Da es auch hier große Qualitätsunterschiede zwischen den Geräten und Herstellern gibt, sollte man beim Ausprobieren des Geräts auch darauf achten, ob sich die verschiedenen Stufen auch wirklich unterscheiden, ohne dass die Sprünge zu abrupt sind.

Trainingscomputer

Trainingscomputer am Crosstrainer
Der Trainingscomputer misst während des Trainings die aktuellen Werte am Gerät und beim Sportler. Dies sind zumeist die Trainingsdauer, das Tempo, die Frequenz und die zurückgelegte Strecke und natürlich die Pulswerte, die im Display angezeigt werden.

Die Bedienung des Computers sollte möglichst einfach und intuitiv sein, da nicht alle Trainierenden zwangsläufig „Computerfreaks“ sind, die neben der sportlichen auch noch die geistige Herausforderung suchen. Die Anzahl an Tasten und Knöpfen sollte auf das Nötigste begrenzt werden, so dass die Funktionen leicht verständlich und alle Tasten gut erreichbar sind.

Trainingsprogramme
Für die Anzahl der Trainingsprogramme, die ein Crosstrainer anbietet, kann getrost die Regel „weniger ist mehr“ angewendet werden. Denn wer will schon vor dem Training erst ewig lang das Gerät einstellen oder Handbücher studieren, um zu verstehen, welches Programm wie funktioniert?

Eine Handvoll manueller Programme ist völlig ausreichend, z.B. Intervalle oder Steigerungen, um ab und zu ein wenig Abwechslung ins Training zu bringen. Letztendlich ist aber der Puls der wichtigste Indikator für die Trainingsintensität, so dass pulsgesteuerte Programme, die automatisch den optimalen Trainingsbereich bestimmen, wesentlich günstiger sind.

Pulsmessung
Der aktuelle Belastungspuls des Sportlers zeigt an, wie groß die Belastung derzeit für ihn ist. Wer sein Training ernst nimmt – egal mit welcher Zielsetzung – lässt vor Trainingsbeginn im Rahmen einer Leistungsdiagnostik ermitteln, welche Pulswerte den unterschiedlichen Belastungsbereichen entsprechen. Das Trainingsziel bestimmt dann den passenden Wertebereich, in dem die aktuelle Belastung liegen soll. Und wenn sie zu hoch oder zu niedrig ist, kann sofort gegengesteuert werden.
Der Puls kann am Ohr, an der Hand oder im Brustbereich gemessen werden. Die Messung am Ohr wird mit einem Ohrclip durchgeführt, der beim Schwitzen und durch sein Kabel schnell lästig wird und zudem keine ausreichend präzisen Werte liefert. Auch die Pulsmessung an der Hand ist nicht ausreichend genau, wenn wirklich ein herzfrequenzgesteuertes Training durchgeführt werden soll. Zudem lässt sich die Messung leider nicht so in den Crosstrainer einbauen, dass der Trainingsablauf nicht unterbrochen werden muss.
Ein effizientes Training kann also nur mit der Herzfrequenzmessung am Brustgurt durchgeführt werden. Sie ist nicht nur äußerst genau, sondern stört auch nicht beim Training, da die Übertragung kabellos erfolgt, sofern der Empfänger im Trainingscomputer enthalten ist. Alternativ geht natürlich auch eine Pulsuhr, die am Crosstrainer befestigt werden kann.

Sicherheit
Wer trainiert, möchte natürlich keine Verletzungen durch sein Trainingsgerät davontragen oder andere damit gefährden.
Für jedes Gerät gibt es ein maximal zulässiges Körpergewicht, das vom TÜV ermittelt wird, indem das Gerät mit einem Vielfachen dieses Gewichts belastet wurde. Eine kurzzeitige Überschreitung des Höchstgewichts um wenige kg ist zwar möglich, sollte aber zum Erhalt des Geräts nicht zur Regel werden. Der Crosstrainer wird zwar nicht zusammenbrechen, aber die Lager können beschädigt werden. Irgendwann wird der Crosstrainer dann nicht mehr rund laufen und lauter werden, so dass sich dann die Frage stellt, ob man lieber sofort das Gerät oder später die eigenen Gelenke in Reparatur schickt…
Aber auch für Leichtgewichte ist das Höchstgewicht interessant. Denn nur hochwertige Crosstrainer mit Qualitätsrahmen, -lagern und Bremsen halten einem hohen Gewicht stand. Auch ein TÜV- oder CE-Zeichen geben Sicherheit, dass der Crosstrainer starken Beanspruchungen standhält.
Um Trainingsunfälle zu vermeiden, müssen die Trittflächen der Pedale unbedingt rutschfest sein. Bei Ellipsentrainern haben sie meist hochgezogene Ränder, damit der Fuß nicht abrutschen kann.
Die Verkleidung des Crosstrainers sollte alle beweglichen Teile so abdecken, dass niemand mit seinen Fingern dort hineingreifen kann oder gar andere Körperteile eingequetscht werden könnten. In diesem Zusammenhang sollte auch auf einen ausreichenden Abstand zwischen Boden und Pedalarm geachtet werden. Aus diesen Gründen sollten sowohl Kinder als auch Haustiere vom Crosstrainer ferngehalten werden.

Geräuschentwicklung
Die Qualität der Komponenten beeinflusst nicht nur die Sicherheit des Crosstrainers, sondern auch die Geräuschentwicklung, die sowohl für das eigene Wohlbefinden als auch für das der Nachbarn – sofern vorhanden – bedeutend ist. Ein Antriebssystem mit Poly V-Riemen sind nicht nur haltbar, sondern auch leise. Gleiches gilt für hochwertige Tretlager im Vergleich zu Kunststofflagern, die zudem bei einem unrunden Bewegungsablauf die Gelenke schädigen können.

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3 Kommentare zu „Qualitätskriterien für Crosstrainer und Ellipsentrainer“

  • H. Kreihe:

    Hallo aus Bremen,
    Danke für den tollen Bericht, bis jetzt habe ich noch nichts besseres gefunden !!!!!!!!!!

  • gue.:

    Hallo, erst mal und Grüße aus Inzigkofen.

    Habe mich gefreud einen Bericht / Komentar lesen zu können, der meine Gedanken und den Wissensdurst genau trifft und sättigt.
    Da ich aber auf dem Lande lebe werde ich wohl einen Grosstrainer und ein Ergometergerät per Online aneignen. Danke für den Bericht.

    gue.

  • R.G.:

    Danke für die detaillierte Beschreibung, ich hätte vorher keine Idee, jetzt bin ich eindeutig schlauer, ich werde versuchen die o.g. Anweisungen zu befolgen und werde Paar Geräte ausprobieren.

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