Skiken – Ski-Langlauf ohne Schnee

Inline-Skating kennt jeder, und auch einige Anhänger des Nordic Skating kann man ab und zu erblicken. Aber Skiken ist – auch wenn es die Geräte schon einige Jahre gibt – noch weitgehend unbekannt. Dabei ist Skiken für all diejenigen ideal, denen auch der längste Skating-Winter noch zu kurz ist, die aber zu ängstlich sind, den Sommer mit Inline-Skating zu verbringen.

Skike von der Seite
Analysieren wir erstmal das Wort Skike: Das Sk in Skike steht für Skating, während das ike von Biking stammt. Vom Skating ist der Bewegungsablauf übernommen. Man bewegt also die Beine in V-Stellung nach außen, drückt sich abwechselnd mit einem Bein ab und unterstützt den Bewegungsablauf und den Vortrieb mit zwei langen Stöcken. Vom Bike wurden einige Ausstattungsgegenstände übernommen, nämlich die Anzahl an Rädern, die Gummireifen und die zuverlässigen Bremsen. Jeder Skike hat 2 Räder mit echten Gummireifen. Dadurch sind die Skikes wesentlich geländegänger und auch laufruhiger als Inline-Skates. Und die patentierten Bremsen an beiden Skikes, die laut Hersteller eine Verzögerung von 6,5 m/sec erlaubt, steigern die Sicherheit beträchtlich.

Skike von vorn
Soviel zur Theorie. Was braucht man nun, um Skikes in der Praxis benutzen zu können? Zunächst rund 250.- EUR für die Skikes für Erwachsene. Für leichte Kinder und Jugendliche mit Schuhgrößen unter 36 gibt es spezielle Skikes, die etwas weniger kosten. Aber Skikes alleine reichen noch nicht aus. Man braucht noch einige weitere Ausrüstungsgegenstände, bevor man los-skiken kann. Langläufer und Radfahrer sollte das aber nicht schrecken, denn sie dürften die meisten benötigten Dinge bereits besitzen.

Schuhe
Da die Skikes sozusagen nur eine „Hülle“ sind, muss man sie mit Schuhen benutzen. Auch wenn laut Bedienungsanleitung alle Arten an Sportschuhen verwendet werden können, rate ich eindeutig zu knöchelhohen, festen Schuhen. Ich habe gleich meine Langlauf-Skatingstiefel genommen, da diese die beste Fußgelenkstabilität bieten. Da diese Stiefel natürlich für die Benutzung im Winter gedacht sind, waren klatschnasse Socken der Preis für die Stabilität. Alternativ sind sicher auch Bergstiefel möglich, falls die Außenränder der Sohle gerade und der Schaft nicht zu hoch ist. Denn die Sohle muss in die Fersenschalen passen, und der obere Rand des Schuhs sollte nicht mit der Schlinge für die Bremse in Konflikt kommen.

Bekleidung
Besondere Bekleidung braucht man zum Skiken nicht. Jede Sportbekleidung ist grundsätzlich geeignet. Am besten ist allerdings eine Hose mit engen Beinen ohne Reißverschluss am Beinabschluss. Denn dieser kann in der Bremsschlaufe unangenehm drücken. Der Hersteller empfiehlt in der Bedienungsanleitung immer eine lange Hose oder lange Socken, damit die Bremsschlaufen nicht auf der nackten Haut liegen. Seltsam, dass Werbeträgerin Evi Sachenbacher auf der Verpackung mit Laufschuhen und kurzen Socken skiket…

Schutzbekleidung
Auch in puncto Schutzbekleidung ist Evi Sachenbacher nicht als Vorbild zu verwenden. Ich habe zunächst einmal die komplette Skating-Schutzausrüstung verwendet. Helm und Ellbogenschützer werden sicher immer meine Begleiter bleiben. Ob die Knieschoner nützlich sind, bezweifele ich. Denn ein Sturz auf die Kniescheibe, wie er ja beim Inline-Skaten empfohlen wird, ist durch die Bauweise der Skikes nicht möglich. Ich kann mich zwar auch an einen Loipensturz an einem leicht eisigen Anstieg erinnern, bei dem ich auf dem Bauch gelandet bin, aber dabei waren die Beine mit den Ski auswärts gedreht. Aber trotzdem, lieber einen Schoner zu viel als einen zu wenig. Die meisten Stürze dürften in der Loipe und auch mit den Skikes zu einer mehr oder weniger sanften Landung auf dem Hinterteil führen, hinten oder seitlich. Eine gepolsterte Hose wäre also keine schlechte Sache. Auch die Handgelenkschoner oder zumindest Handschuhe sind für vorsichtige Naturen angeraten. Aber mit einer vorausschauenden Fahrweise und einem guten Gleichgewichtsgefühl halte ich das Sturzrisiko für eher gering und auf jeden Fall weit geringer als beim Inline-Skaten.

Zubehör
Die Reifen der Skikes verfügen über ein Ventil wie unsere Autoreifen und müssen auf 5-6 bar aufgepumpt werden. Mit einer Fahrrad-Luftpumpe kommt man da also nicht weit. Entweder muss man an der Tankstelle Luft tanken oder eine passende Fuß-Luftpumpe zur Hand haben.
Last but not least braucht man noch Stöcke. Ich habe meine Skating-Skistöcke verwendet, was problemlos ging. Und die Asphalt-Pads sind ja dank der Nordic-Walking-Bewegung überall erhältlich. Wer Stöcke braucht, kann die Faustformel Körpergröße x 0,9 verwenden und nach den ermittelten Wert auf die verfügbaren Längen auf- oder abrunden.

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3 Kommentare zu „Skiken – Ski-Langlauf ohne Schnee“

  • Skater:

    Hallo,

    danke für den ausführlichen Bericht!
    Habe eine Frage zur Nutzbarkeit der Skating-Stöcke. Habe nicht wirklich Lust mir neben meinen Skatingstöcken nochmal extra welche fürs Skiken zu holen. Habe unter meinem Schneeteller etwa 1,5 cm Spielraum. Passt da so ein Gummipad (mit Durchlass für die Spitze) von der Länge her drunter???

    Vielen Dank für die Info!

  • maen:

    Ja, Skater, ich mach es genau so, wie du schreibst. Ich nehme die Stöcke vom Winter, auf die ich ein Gummipad gesteckt habe. Klar kann man im Schnee aus dem Stockeinsatz noch mehr Kraft entwickeln, aber die Pads sind trotzdem erstaunlich griffig.
    Streng genommen steht man zwar auf den Skikes ein paar cm höher als auf den Ski, aber darin sehe ich kein Problem.

    Viel Spaß beim Skiken bzw. Skaten.

  • Frank Röder:

    Als am Besten greift immer noch eine scharfe Hartmetallspitzte, jedenfalls vielfach besser als Gummistöpsel. Damit kann man die Kraft sogar direkter übertragen als auf Schnee. Man sollte im Sommer auch auf Sommerspitzten ohne Schneeteller umstellen, der Spitzten-Wechsel ist nicht so schwierig. Eine Stocklänge von 90% der Körpergröße hat sich als zu kurz erwiesen. Wer länger auf Skikes unterwegs ist, oft lngfristig bei 95 bis 99 % Körpergröße. Jetzt brauch aber kein Skilangläufer zu protestieren, es ist, was das betrifft, defitiv eine andere Sportart, das wissen wir inzwischen.

    Viel Spaß auf Skikes und ähnlichen Sportgeräten!
    Frank

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