Sport und Immunsystem

Grippe und Erkältungskrankheiten haben vor allem im Winter Hochkonjunktur. Ja, aber was hat das mit Sport und Fitness zu tun? Einiges, denn Sport kann das Immunsystem sowohl stärken als auch schwächen.

Was ist das Immunsystem?
Das Immunsystem bzw. seine Leistungsfähigkeit lässt sich zwar schlecht in Zahlen oder anderen Parametern beschreiben. Bekannt ist aber, dass das Gehirn Überbelastungen aller Art erkennt und verarbeitet. Dabei ist es gleichgültig, ob die hohen Belastungen auf physischer Ebene, z.B. durch Sport, oder auf psychischer Ebene entstehen. Sie schwächen das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Als weitere Einflussfaktoren auf das Immunsystem sind das Alter, genetische Faktoren, das Geschlecht, Umgebungseinflüsse, Schlafmangel und eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen, Medikamente und Alkohol bekannt.

Ein starkes Immunsystem zeichnet sich durch aktive, funktionierende Helferzellen aus, die mit ihren Rezeptoren freie Radikale vernichten können, bevor diese den Körper angreifen und krank machen können.

Wie stärkt man das Immunsystem?
Sport kann seelischen und körperlichen Distress neutralisieren und bietet eine gute Möglichkeit, die psychische Belastung abzuwehren. Sport baut den Ärger ab und verhindert, dass man den Ärger in sich „hineinfrisst“, was die Aktivität der Helfer- oder Fresszellen weiter reduziert. Eine dosierte sportliche Belastung aktiviert und trainiert das Abwehrsystem, baut die Schutzfunktion des Körpers aus, steigert die Anzahl der Killerzellen und verbessert ihre Funktionalität. Sport schärft auch das „Auge des Immunsystems“, so dass bösartige Zellen besser erkannt werden.

Dazu reicht bereits eine moderate Ausdauerbelastung, wie z.B. beim Nordic Walking. Der Sport muss Spaß machen und darf eben nicht zur Überforderung führen.
Für ältere Menschen sind einfache Bewegungen sinnvoll und ausreichend. Neben dem Ausdauertraining sind koordinative Bewegungen sinnvoll, da sie die Hirndurchblutung um 30% steigern können. Arbeiten, die eine Feinkoordination erfordern (z.B. Stricken), verbessern ebenfalls die Gedächtnisleistung. Allerdings muss man hier selber aktiv werden. Das Immunsystem unterliegt leider auch einem Alterungsprozess, dem man aber mit den genannten dosierten Bewegungsreizen entgegenwirken kann. Denn auch für das Immunsystem gilt, dass es so alt ist wie der Geist. Wer also kreativ ist, sich belastet und auch wieder erholen kann, wird die positiven Effekte auf sein Immunsystem spüren. Sein Körper wird insgesamt seltener Opfer eines Infekts und wenn doch, wirkt dieser weniger stark. Auch altersbedingte Funktionsminderungen werden aufgehalten.

Neben der Bewegung spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen muss den Bedarf decken, der natürlich von Alter und Aktivität abhängig ist. Dabei sind auch Wechselwirkungen verschiedener Stoffe, die aufgenommen werden, zu bedenken. So erhöht der Genuss von Alkohol beispielsweise die Ausscheidung von Magnesium über den Urin für 1 bis 2 Tage. Das kann bedenklich werden, denn selbst der Mangel bei einem einzigen Mineralstoff kann das Abwehrsystem beeinträchtigen. Getreide enthält Phytat, das die Aufnahme der Mineralstoffe aus der Kleie verhindert. Nur durch die Fermentation mit Milch beim Sauerteig oder beim eingeweichten Müsli können die Mineralstoffe resorbiert werden.

Wie kann Sport das Immunsystem schwächen?
Nur wohldosierter Sport hat die beschriebenen positiven Wirkungen. Erschöpfende Wettkämpfe, bei denen ein Missverhältnis zwischen intensiver Belastung und Regeneration, womöglich noch gepaart mit Vitamin- und Mineralstoffmangel, sind eher kontraproduktiv. Wird das Immunsystem dauerhafte stark aktiviert, wird es extrem anfällig.
In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Spitzensportler nur die Hälfte an Helferzellen verglichen mit Normalbürgern haben. Allerdings sind die Zellen der Sportler extrem funktionsfähig – können aber durch extreme psychische Belastungen und extremes Training weiter gesenkt werden.
Leistungssportler sollten auf eine ausreichende Regeneration achten, um nicht nur einen Verlust an Kreativität, sinkende Leistung oder funktionelle Störungen der psycho-physischen Regulation zu verhindern. Auch eine angepasste Ernährung und eine optimale Versorgung mit essentiellen Mikronährstoffen sind wichtig.

Leistungsorientierte sportliche Belastungen können allerdings auch eine Befriedigung mit sich bringen, das Selbstbewusstsein steigern, ein positives Körperempfinden und eine schnellere Erholungsfähigkeit hervorrufen.

Abschließend sei noch gesagt, dass Training ist nur dann sinnvoll, wenn das Immunsystem stabil ist.

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2 Kommentare zu „Sport und Immunsystem“

  • Danke für den informativen Artikel. Schön dass auch auf die Gefahren bzw eine mögliche negative Auswirkung von Sport auf das Immunsystem hingewiesen wird. Gerade so Fälle wie jetzt erst der plötzliche Tod von Rene Herms zeigen, dass das manchmal unterschätzt wird. Besonders freut mich natürlich, dass auf die positiven Wirkungen des Strickens hingewiesen wird, vielleicht sollte ich mal einen Artikel auf meinem Blog veröffentlichen, dasswer erkältet ist, statt joggen lieber stricken sollte ;-)

    Gruß

    Michael

  • Heidi:

    Hallo zusammen,

    Ich mache im Durchschnitt 3-4x die Woche Sport. Darin enthalten sind Ausdauersport wie
    30-45 Minuten Joggen bei ca. 8,5- 10km/h und Muskeltraining für Bauch, Rücken, Arme & Beine.
    Seitdem ich das mache, werde ich extrem selten krank. Vielleicht eine Erkältung alle 2 Jahre, wenn überhaupt.
    Ich bin glücklich und zufrieden. Jeder, der für ein paar Hanteln Platz hat, sollte das auch machen.
    Kann die Aussagen also nur bestätigen.
    Gruß
    Heidi

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