Stress, Herzinfarkt und Sport

Drei Schlagwörter, die in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis stehen bzw. eine negative Ursache-Wirkungskette bilden können. Dass es auch umgekehrt geht, soll dieser Beitrag zeigen.

Stress
Viele haben heute Stress, aber jeder definiert den Begriff für sich anders. Früher war Stress eher neutral als Reiz definiert, der eine bestimmte Schwelle überschreitet und letztendlich zu einer Anpassung führt. Inzwischen wird Stress jedoch eher negativ belegt, weil er zu Überanstrengung führt und als Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen gilt.

Herzinfarkt
Stress gilt auch als großer Risikofaktor für Herzinfarkte. Dem steht allerdings die Erkenntnis entgegen, dass in Japan die geringste Herzinfarktquote mit dem höchsten Stress der Industrieländern kombiniert sind. Denn ein Japaner hat nur 8 Tage Urlaub im Jahr und eine um 25% höhere Arbeitszeit. Entweder wird hier „Stress“ falsch definiert, denn viel Arbeit ist ja nicht zwangsläufig negativ und kann ja auch Spaß machen.
Oder es sind andere Gründe für den Herzinfarkt hauptverantwortlich, z.B. die Ernährung und das Rauchen. So bekommen Frauen seltener einen Herzinfarkt als Männer, weil erstere einen höheren HDL-Wert aufweisen, der vor einem Herzinfarkt schützt. Sowohl Rotwein, der in Südeuropa getrunken wird, als auch Sport erhöhen diesen HDL-Wert.
Die Statistiken besagen auch, dass kleine Menschen ein höheres Herzinfarkt-Risiko haben. Insgesamt gibt es etwa 300 Risikofaktoren, von denen Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte und ein erhöhter Blutdruck zu den 3 größten Risikofaktoren gehören, die das Risiko um das 16-fache steigern.
A propos Blutdruck: Wer einen hohen Blutdruck hat, sollte bedenken, dass Krafttraining den Blutdruck steigen lässt, und somit eher für Sportler mit niedrigem Blutdruck geeignet ist als für solche mit hohem Blutdruck. Da es aber auf jeden Fall besser ist, Muskeln statt Fett zu haben, sollte das Krafttraining dann durch Ausdauersport ergänzt werden.

Stress alleine ist also im Grunde genommen kein Risikofaktor, aber Stress begünstigt risikofaktorträchtige Verhaltensweisen. Eine vernünftige Stressbewältigung ist also notwendig. Und hier kommen Sport und Bewegung ins Spiel, da sie gute Schutzfaktoren darstellen.

Sport
Aber Sport ist nicht gleich Sport und Sport ist auch nicht immer gut. Die richtige Dosierung ist ausschlaggebend.
Jeder kennt den Muskelkater, mit dem der Muskels auf eine ungewohnte Belastung reagiert – in diesem Fall durch kleine Einrisse im Muskelgewebe. Ist es soweit gekommen, war der physikalische Reiz von außen zu groß, so dass eine gewisse „Organschädigung“ eintreten konnte. Wie den Muskeln geht es auch dem Abwehrsystem, das durch zu intensiven Sport geschwächt wird. Wer also bei jedem Wetter intensiv trainiert, darf sich nicht wundern, wenn er häufiger unter Atemwegsinfekten leidet.

Das Gegenteil, zu geringe Reize, sind allerdings auch nicht günstig, denn damit erzielt man nicht einmal einen Trainingseffekt.

Die Kunst liegt also darin, optimal dosierte Reize zu setzen, da nur bei diesen eine Verbesserung der Leistung nach dem Prinzip der Superkompensation eintritt und auch das Abwehrsystem gestärkt wird.
Bei einem optimalen Reiz werden 2000 – 3000 Kalorien pro Woche durch Sport verbraucht. Das lässt sich beispielsweise mit 30-40 Minuten Joggen pro Tag erreichen, das alle Bewegungen abdeckt. Auch Treppensteigen und Gehen sind gute Bewegungsformen, von denen man sich allerdings keinen Trainingseffekt erwarten darf.

Wenn man über sportliches Training zu einer körperlichen Leistungsfähigkeit von 2,5 Watt/kg Körpergewicht gelangt, hat man ein minimales Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Krebs zu erkranken. Denn Sport übt möglicherweise einen Reiz auf das Abwehrsystem aus und sorgt dafür, dass die Krebszellen besser erkannt und vernichtet werden. Denn jeder Körper bildet 10 Krebszellen pro Tag, die aber nur bei verschlechterter Abwehrlage zu einem Krebsausbruch führen. Möglicherweise zieht der Sport auch alternde Zellen aus dem Verkehr.
Also, hinein in die Sportklamotten, ab auf den Ergometer, den Crosstrainer, in den Wald oder auf’s Rad, Stress abbauen und die Ausdauer trainieren.

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